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Stellung beziehen

„Du stellst meine Füße auf weiten Raum! Die Kraft des Wandels“
So ist der Titel des Fastentuches von Misereor, das auch in dieser Fastenzeit wieder in unsere Kapelle hängt. „Du stellst meine Füße auf weiten Raum. Die Kraft des Wandels“!

Eine Sehnsucht vielleicht, eine Botschaft, die eine Sehnsucht in uns nach weitem Raum weckt. Raum zum Leben brauchen wir alle. Wir und viele Menschen bieten gerade Raum für Flüchtlinge aus der Ukraine an. Raum, in dem diese Menschen hoffentlich wieder ein Stück weit sicher stehen können, und vielleicht kann sich dieser Raum für sie so auch wieder weiten.

„Du stellst meine Füße auf weiten Raum“! Diesen Satz könnten wir auch über das heutige Evangelium stellen. Wir haben dort von den Versuchungen gehört, die Jesus herausforderten. Er schaffte es, den Versuchungen, wie wir es nennen, zu widerstehen. Er schaffte es, Stellung zu beziehen, sich nicht hilflos oder ratlos zu machen. Er schaffte es, die Versuchung, diese Verlockungen, zu durchschauen. Er schaffte es, eine Stellungnahme abzugeben und die Versuchung so zu entlarven. Er schaffte es, nicht auf die Versuchung hereinzufallen. Und nach dieser Erzählung fährt der Evangelist Lukas fort mit den Erzählungen über das Wirken Jesu. Da heißt es: „Jesus kehrt, erfüllt von der Kraft des Geistes, nach Galiläa zurück. Und die Kunde von ihm verbreitete sich in der ganzen Gegend. Er lehrte in den Synagogen und wurde von allen gepriesen.“

„Du stellst meine Füße auf weiten Raum“!
können wir da anfügen. Denn bestandene Versuchungen engen uns nicht ein, sondern sie stellen unsere Füße auf weiten Raum. Es ist ein Irrtum, auf den wir immer wieder reinfallen, dass die Versuchung uns in die Weite des Lebens führt. Das Gegenteil ist meist der Fall. Versuchung führt in die Enge, auch wenn wir vermeintlich Macht, Ansehen, Selbstwert erlangen.

Wir müssen uns dem Leben mit allen seinen Herausforderungen stellen und dürfen nicht hoffen, dass uns die Mühen des Lebens erspart bleiben, wenn wir nur an Gott glauben und daran, dass Steine in Brot verwandelt werden und wir nicht für unser Leben sorgen müssen. Wir müssen uns dem Leben stellen, mit der Demut, die uns davor bewahrt, über andere herrschen zu wollen. Vielmehr sollen wir erkennen, dass Gott unser Bezugspunkt und der Ort unserer Anbetung ist, wie Jesus es nennt. Wir müssen uns dem Leben mit seinen Herausforderungen stellen und sollen uns nicht der Illusion hingeben, dass wir, wenn wir nur auf Gott vertrauen, vor Krankheit und Not bewahrt bleiben und uns dem Leichtsinn des Lebens hingeben dürfen.

Lukas zeigt uns in dieser Erzählung, dass es für uns darum geht, uns den Herausforderungen unseres Lebens zu stellen und nicht die vermeintlich leichteren, verheißungsvolleren Wege zu gehen. Sie werden uns in die Enge und nicht in die Weite führen.

„Du stellst meine Füße auf weiten Raum“! Trauen wir dieser Verheißung Gottes, trauen wir dieser Verheißung Jesu, die er uns in seinen klaren und entschiedenen Stellungsnahmen als Beispiel gibt. Die klaren Stellungnahmen, die Jesus auf die Versuchungen geben konnte, befähigten ihn, bei sich zu bleiben, so dass er anschließend erfüllt von der Kraft des Geistes wirken konnte und so die Möglichkeit hatte, glaubhaft von Gott und vom Leben zu erzählen.

„Mit dem Herzen glaubt man, und das führt zur Gerechtigkeit, mit dem Mund bekennt man, und das führt zur Rettung.“ „Mit dem Mund bekennt man und das führt zur Rettung.“
Wenn wir fähig werden, Stellung zu beziehen, das heißt, wenn wir fähig sind, einen Standpunkt zu finden, und wenn wir fähig sind, diesen zu bekennen, diesen zu formulieren, diesen auszusprechen, dann führt das zur Rettung, dann führt dies dazu, dass wir in unsere Klarheit, dass wir in unsere Entschiedenheit kommen. Und dann können wir weiten Raum für unsere Füße gewinnen, damit wir fest stehen und Handlungsraum mit vielen Freiheitsgraden bekommen, dann dürfen wir die Kraft des Wandels spüren.

Sascha Heinze SAC

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