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Geschrieben auf das Herz
„Diese Worte sollen auf deinem Herzen geschrieben stehen.“ Solche Formulierungen kennen wir sonst nur aus schnulzigen Schlagern oder aus Herz-Schmerz-Romanen. „Diese Worte sollen auf deinem Herzen geschrieben

Eine seltene Einigkeit, von der wir heute Zeuginnen und Zeugen werden. Jesus und ein Schriftgelehrter sind quasi einer Meinung. Eine Szene, die uns aus den Begegnungen Jesu mit Schriftgelehrten nicht so oft berichtet wird. Beide zitieren das erste und wichtigste Gebot.

Man muss dazu sagen, dass die Frage auch recht einfach und recht eindeutig zu beantworten war. Entscheidend jedoch scheint mir der letzte Satz der ersten Lesung aus dem Buch Deuteronómium, woraus wir die erste Lesung gehört haben.
„Diese Worte, auf die ich dich heute verpflichte, sollen auf deinem Herzen geschrieben stehen.“
Jeder gläubige Jude berührt beim Verlassen des Hauses ein Täfelchen, worauf dieser Text steht und rezitiert ihn dabei.
„Höre, Israel! Der Herr, unser Gott, der Herr ist einzig. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft.“ „Und diese Worte, auf die ich dich heute verpflichte, sollen auf deinem Herzen geschrieben stehen.“
Was für eine intime und persönliche Aufforderung!

„Diese Worte sollen auf deinem Herzen geschrieben stehen.“
Solche Formulierungen kennen wir sonst nur aus schnulzigen Schlagern oder aus Herz-Schmerz-Romanen.

„Diese Worte sollen auf deinem Herzen geschrieben stehen“.
Sie sollen dir zu Herzen gehen.
Denn sie verheißen Leben.

Sie verheißen quasi das, was dein Herz erfreut und was dir Erfüllung bringt.
Diese Liebe zu Gott wird der Motor und wird die Möglichkeit sein,
alle anderen Gebote zu halten und zu erfüllen, weil diese Liebe dir den Weg zum Leben zeigen wird.

Und diese Worte sind so bedeutsam, dass sie auf deinem Herzen geschrieben stehen sollen. Du sollst sie dir nicht nur merken, sie sollen quasi schwarz auf weiß geschrieben stehen ¬ und zwar auf deinem Herzen. Dem Ort, wo wir meist nur Menschen Zutritt gewähren, denen wir in Zuneigung verbunden sind.

Der Heilige Augustinus schreibt: „Liebe und dann tu, was du willst.“ Die Liebe ist nochmal die zusammengefasstere Form des Gebotes. Denn übrig bleibt die Liebe. Auf mehr weist uns auch Jesu eigentlich nicht hin.

Dass auch dieses scheinbar Einfache und Normale schwierig ist, merken wir jeden Tag, wenn wir mit unseren Grenzen, Belastungen, Krankheiten und mit den Grenzen und Möglichkeiten, mit den Andersheiten der anderen umgehen müssen.

Das ganze Evangelium ist eine Auslegung und Ausdeutung dieser zwei Gebote.
Manchmal sagen wir, wenn uns etwas besonders wichtig erschient, „das will ich mir zu Herzen nehmen“.
Nehmen wir uns heute neu zu Herzen, dass wir Gott, mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit allen Gedanken und mit aller Kraft lieben sollen. Nehmen wir uns zu Herzen, dass wir die Nächsten lieben sollen wie uns selbst.
Nehmen wir uns zu Herzen, dass wir uns selber lieben sollen.
Nehmen wir uns zu Herzen, dass wir das Leben in all seinen Facetten lieben dürfen und lieben sollen.
Nehmen wir uns zu Herzen, dass wir, wenn wir versuchen ganz im Augenblick zu leben, dieses Gebot verwirklichen und leben.
Es ist nicht ein abstraktes Gebot und eine abstrakte Liebe, sondern es ist die Liebe und die Aufmerksamkeit auf das Leben im Hier und im Jetzt.
Hier und jetzt ist der Ort und die Möglichkeit, Gott zu lieben.
Hier und jetzt ist der Ort und die Möglichkeit, den und die anderen und mich selber zu lieben.
Das bedeutet, dass ich einen guten Bezug zum Augenblick, zur Gegenwart, zum Jetzt herstellen muss, indem ich versuche, gegenwärtig zu sein und das Leben immer „jetzt“ zu spüren. Um die Erfahrung zu machen, die mir der Augenblick ermöglicht und anbietet.
Wenn ich mich so ins Leben hineinwage, wenn ich mich so dem Leben stelle, dann liebe ich Gott mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all meiner Kraft und dann liebe ich den Nächsten wie mich selbst.

Sascha Heinze SAC

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