Mit einem dreitägigen Baustellenfest haben wir uns vom Haus der Stille, so wie es bisher geworden ist, verabschiedet, geben es nun für Monate in andere Hände und erwarten das Neue, das für uns bereitet wird.
Umbau-Flohmarkt
Begonnen hat es am Freitagnachmittag, dem 22. Mai 2026. Nach drei Wochen des Räumens gab es manches, für das die Zeit einfach abgelaufen ist und für das im neuen Haus der Stille keine Verwendung oder kein Platz mehr sein wird. Darunter waren Dinge, die durchaus noch brauchbar oder wieder herzurichten wären. Nicht alles, aber doch manches größere oder kleinere Stück fand eine:n neue:n Besitzer:in: wirklich brauchbar oder einfach nur, um ein Erinnerungsstück an das Haus der Stille zu haben?
Auch unser Koch Harald hätte gerne noch viel mehr Pflanzen aus seinem Garten an den Mann oder die Frau gebracht. Vielleicht war einfach das wunderbare Pfingstwetter nicht ideal für einen Markt?
Wir sind dennoch dankbar für jeden Beitrag, der unser Spendenglas wieder ein wenig mehr gefüllt hat.
Spatenstich
Im Zentrum des Wochenendes stand ein kleiner Festakt am Samstagnachmittag, mit dem die Baustelle offiziell eröffnet wurde. Er bot Gelegenheit, die Menschen ins Licht zu setzen, die in den vergangenen Monaten die Wege geebnet haben, dass dieses große Projekt jetzt starten kann.
Konzert „Atempause“
Der Vermittlung von Bettina Vollath aus unserem Proponententeam verdanken wir ein exquisites Benefizkonzert im Anschluss an den Spatenstich. Gitarrist Armin Egger und sein langjähriger Duopartner Erich Oskar Huetter (Violoncello) musizieren weltweit in großen Häusern und setzen mit ihrer Musik über kulturelle Grenzen hinweg Zeichen der Verständigung und der Versöhnung. So auch mit dem Festival „Sounding Jerusalem“.
Die Entscheidung, das gleiche Programm wie in Jerusalem auch im Haus der Stille zu spielen, begründete Erich Huetter damit, dass er viele Parallelen erkenne zwischen ihrer Konzertstätte in Jerusalem, dem Beit Abraham (Haus Abraham) und dem Haus der Stille. Da wie dort ginge es darum, Menschen über Religionsgrenzen hinweg ins Gespräch zu bringen und ihren Blick auf das Verbindende zu richten. Und manchmal wünsche man sich in der sich gegenseitig aufschaukelnden Gewaltrhetorik einfach nur einen Moment Stille, eine „Atempause“, damit Vernunft und die Sehnsucht nach Frieden sich einen Weg bahnen könnten.
So spannte also ihr Programm mit spirituellen arabischen und jüdischen Lieder sowie Musik aus Andalusien und Südamerika einen musikalischen Bogen, der das Gemeinsame in den Mittelpunkt stellt.
Das Publikum dankte mit Standing Ovations.
Pfingstgottesdienst
Mit einem geistvollen Gottesdienst mit vielen Liedern und Texten, der die Vielfalt der Begabungen der Mitfeiernden zum Leuchten brachte, endete dieses intensive Wochenende. Der Chor der Stille und ein kleines Orchester belebten diesen von Marlies Prettenthaler-Heckel geleiteten Gottesdienst ebenso wie die Beteilung der Firmlinge von Sebastian Schlöglmann, die vor einem Jahr in unserer Franziskuskapelle gefirmt worden waren.
BauSTILLE
Was jetzt für viele Monate folgt, ist die große „BauSTILLE“ – und jede:r wird verstehen, dass damit nicht die Geräuschkulisse der bevorstehenden Baustelle zu verstehen ist, sondern das große Innehalten, Atemholen, Warten und Sich-Freuen auf das Neue, das sich offenbaren wird.
Hans Waltersdorfer