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Unsere Liturgie


Als Menschen, die an Gott als die Mitte ihres Lebens glauben, suchen wir die Begegnung mit ihm sowohl als Einzelne als auch im gemeinsamen Feiern der Liturgie. So erhält unser Tagesablauf durch die gemeinsamen Gebetszeiten eine Strukturierung, die uns immer wieder auf das Wesentliche zurückführt. Wir machen uns immer wieder bewusst, dass das Leben von Gott geschenkt ist und auch all unser Tun für die Menschen letztlich von ihm getragen sein soll.

Franziskuskapelle

Immer wieder dürfen wir erkennen (durch eigene Erfahrung und die Rückmeldung unserer Gäste), welch großen Schatz wir mit dieser Kapelle in unserem Haus haben. Sie ist ein heiliger Ort, der einlädt zu Stille und Gebet.



Ein achteckiger Raum (auch frühchristliche Kirchen und Taufkapellen wurden oft auf diesem Grundriss gebaut), entworfen vom Architektenehepaar Fritz und Heidi Neuhold aus Graz, die Dachkonstruktion getragen von hölzernen Säulen, sammelt Gemeinschaft und zentriert sie auf die Mitte hin.
Ambo, Altar, Bibelpult und Tabernakel stammen vom burgenländischen Künstler Thomas Resetarits. Die Ersteinrichtung der Kapelle erfolgte im Baujahr 1982 und wurde 2001 durch einen neuen Ambo erweitert.
Ikonen, gemalt von Mönchen auf dem Berg Athos, bilden eine Brücke zu unseren Geschwistern in den orthodoxen Kirchen. Zugleich erinnern sie uns an die heilsgeschichtliche Klammer für unser Leben als Christen: Zwischen dem Kommen Jesu bei seiner Menschwerdung vor 2000 Jahren und seinem Wiederkommen, wenn wir der Vollendung entgegengehen, liegen Leben, Kreuz, Tod und Auferstehung Jesu, liegt unser eigenes Leben, unser Leid, unsere Sehnsucht, unser Suchen und unsere Hoffnung.
Im Mittelpunkt steht das Kreuzbild von San Damiano (Assisi) mit dem auferstandenen Christus, das in der Lebensgeschichte von Franz von Assisi eine wichtige Rolle bei der Suche nach seinem Lebensweg spielte.
In der Gestaltung unserer Kapelle steckt eine Symbolkraft, die helfen kann, das eigene Leben mit Gott in Berührung zu bringen.

Wort und Sakrament


„Die Kirche hat die Heiligen Schriften immer verehrt wie den Herrenleib selbst, weil sie, vor allem in der heiligen Liturgie, vom Tisch des Wortes Gottes wie des Leibes Christi ohne Unterlass das Brot des Lebens nimmt und den Gläubigen reicht... „ (2. Vat. Konzil, Dei Verbum 21)
Daher gibt es in unserer Franziskuskapelle einen Ort für die Aufbewahrung und Verehrung (d.h. die bleibende Gegenwart) des Altarsakramentes (Tabernakel) und parallel dazu einen Ort zur Aufbewahrung und Verehrung des Wortes Gottes (Pult mit dem aufgeschlagenen Wort Gottes). Beiden entspricht je ein ewiges Licht.
Ebenso gibt es einen Ort für die Feier der Eucharistie (Tisch des Brotes - Altar) und einen Ort für die Feier des Wortes Gottes (Tisch des Wortes - Ambo).
In der Erstausstattung der Kapelle stand nur der Altar im Mittelpunkt, der Ambo war als Pendant zum Tabernakel gestaltet und stand wie dieser außerhalb des Zentrums zwischen den Säulen. Liturgietheologisch ist es jedoch sinnvoller, wenn der Ambo als zentraler Ort der Feier seinen Platz in der Mitte hat und mit dem Altar korrespondiert.
Darum wurde 2001 ein neuer Ambo gestaltet, der bewusst die Tischform des Altares aufgreift. Sehen wir am vorderen Fuß des Altares ein Männergesicht (hl. Franziskus) und darunter die Schrift „Friede und Heil“, so findet sich am Fuß des Ambo ein Frauengesicht (hl. Klara) und die Schrift „Ich bin da – Jahwe“.

Mit der Gestaltung des Ambo rückte auch eine weitere Dimension neu in unser Blickfeld. Schon bis dahin war unsere Kapelle ein Zeichen der bewussten geschwisterlichen Verbundenheit mit unseren Schwesterkirchen: durch die Ikonen mit den orthodoxen Kirchen des Ostens und durch das zweite ewige Licht für das Wort Gottes mit den evangelischen Kirchen. Mit dem bewusst gewählten hebräischen Schriftzug des Gottesnamens haben wir nun auch unsere biblisch-jüdischen Wurzeln, aus denen unser christlicher Glaube lebt, deutlich vor Augen.

Die freie Mitte


Ambo und Altar stehen bewusst nicht einfach nebeneinander in der Mitte, sondern weisen beide auf eine freie Mitte hin.
In der Literatur über Erfahrungen mit ähnlichen Modellen in deutschsprachigen Ländern ist uns folgender Gedanke begegnet: „Bleibt die Mitte frei, wird augenfällig, dass aus ihr heraus etwas erwartet wird, was sich die Versammelten nicht selbst geben können, was... jeder Machbarkeit verschlossen bleibt.... Kirche ist auch Erwartungsraum. Die Gemeinde ist als Kirche zwar mit Christus, ihrem Haupt, vereint, doch geht sie ihm als dem wiederkommenden Herrn zugleich entgegen.“ Ambo und Altar verweisen auf einen solchen „Erwartungsraum“ in der Mitte.

Durchgang zur Auferstehung


Zugleich öffnet sich jedoch durch die freie Mitte auch der Durchblick und gleichsam der Weg hin zur wahren Mitte all unseres Feierns, zum Kreuz mit dem Auferstandenen. Zur Begegnung mit ihm wollen uns ja die Feier von Wort und Sakrament hinführen. Immer wieder machen wir selbst und unsere Gäste die Erfahrung, dass die Gestaltung des Raumes einen wesentlichen Zugang zur liturgischen Feier eröffnet.

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Prospekt Liturgie 93,4 KB


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