Du, Architektin unserer Lebensräume, Du, Gott des Wandels!*
Heute fangen wir an und bitten um Deinen Segen.
Ab jetzt wird hier geräumt, gehämmert, geflucht, zerlegt,*
entsorgt, gemessen, geplant und wieder verworfen.
Was wir hier gemeinsam erlebt, erbaut und wieder verändert haben,*
darf in unser Album der schönen Erinnerungen wandern.
Wir vertrauen uns Dir, Gott, an – und der Zukunft.*
Sei Du Beschützerin und Baumeister, sei jetzt helfend da!
Du, Gott zwischen Staub und Gerüststangen*
zwischen Warnwesten und Getränkeflaschen aus Plastik,
Du kennst das Unfertige, Du kennst unsere Pläne.*
Nichts wird nur glattgehen, nichts ist jetzt sicher, alles im Werden.
Sei unsere Geduld, unser Vertrauen, unser Hoffen, unser Gelingen!*
Segne die, die früh kommen und spät gehen, die Pläne lesen, die keiner ganz versteht.
Sei da im Lärm der Maschinen, im Zittern der Hände,*
im kurzen Innehalten an den Rändern des Tages.
Du bist kein Gott der fertigen Fassaden.*
Du bleibst im Riss, im Provisorium, im offenen Ende.
Wenn etwas einstürzt, halt uns und schütze uns!*
Wenn etwas gelingt, erinnere uns: Es ist ein Mosaikstein unseres Glücks.
Und lass uns einander nicht übersehen – zwischen all dem Material,*
sondern aufblicken, kurz, und sagen: Ich seh dich. Wir bauen noch.
Unser Arbeiten sei ein Lobgesang der Zuversicht für die Welt!*
Lass unser Werk gelingen, segne unseren langen Atem/
Segne alle, die mit dir bauen und die mit uns beten!
Amen.
Marlies Prettenthaler-Heckel