A-8081 Heiligenkreuz a. W., Friedensplatz 1, Tel: +43 (0)3135/82625

Festwochenende 40 Jahre Haus der Stille

Festwochenende 40 Jahre Haus der Stille

Neue Fahne


Eröffnet wurde das Festwochenende "40 Jahre Haus der Stille" im kleinen Rahmen von ca. 40 Personen mit dem Hissen einer neuen Fahne, die das Künstlerpaar Sonja Maierhofer und Matthias Moldaschl (www.maimoprintart.com) extra für dieses Jubiläum entworfen hatte.

Dass das Haus der Stille dennoch eine Einrichtung von öffentlichem Interesse ist, unterstrich der Abgeordnete zum Steirischen Landtag, Herr Thomas Stoimaier, mit seiner Anwesenheit. In seinen Grußworten hob er besonders die soziale Dimension des Hauses hervor und dankte der Hausgemeinschaft für die offene Tür für Menschen in vielfältigen Nöten ihres Lebens, besonders auch für die Aufnahme von Flüchtlingen, der Herkunftsländer in weiteren Fahnen auf dem Hügel sichtbar gemacht werden.
Als Betriebsrat weiß er um die Anforderungen und Belastungen der Arbeitswelt und dass es sinnvoller ist, in die Prävention von Burnout zu investieren als in langwierige und kostspielige Therapien. Nicht umsonst hat der Verein Haus der Stille im Jahr 2006 auch den gesundheitlichen Aspekt in seine Statuten aufgenommen.
Landtagsabgeordneter Stoimaier war der erste an diesem Wochenende, dem die wirtschaftliche Leiterin Marion Gröll unsere Jubiläumsfestschrift überreichen konnte.

Umrahmt wurde die kleine Feier von den Klängen der Steirischen Alphornbläser aus Heiligenkreuz am Waasen.

Gospelysium


Ganz andere Klänge erfüllten am Abend die Franziskuskapelle, als der Heiligenkreuzer Gospelchor Gospelysium (www.gospelysium.at) mit viel Dynamik und Esprit Gospels interpretierte. "Himmel auf Erden", so interpretierte P. Sascha Heinze, der geistliche Leiter des Hauses, den Namensteil "Elysium" im Namen des Ensembles. Und er wünschte den mittlerweile sehr zahlreich gewordenen Festgästen, dass sie berührt werden mögen von dieser Musik. Es war in der Tat berührend, aber auch herzerfrischend, was die jungen Sänger*innen, von denen noch keine*r zur Zeit der Gründung des Hauses der Stille geboren war, unter der Leitung von Gabriel Ranz-Hofer zu Gehör brachten.

Ein Jodler, der zwischendurch eingestreut wurde, überraschte, handelte es sich doch nach Angaben des Chorleiters um eine alte Originalversion, die der Chor laut Angabe des Leiters entdeckt hatte: "Haus der Stille, 40 Jahr, wunderbar" Und zum Abschluss wurden alle eingeladen, einzustimmen in "Happy Birthday To You".
Bei der abschließenden Jause wurden unter den Sänger*innen bereits Pläne geschmiedet für einen neuerlichen Auftritt in 40 Jahren, wenn es dann heißt: "80 Jahre Haus der Stille".

Herausforderungen


Inhaltlich ging es dann am Samstagvormittag zur Sache. Die Theologin Brigitte Proksch UAC, vielfach engagiert, u.a. im Forum für Weltreligionen, führte die Teilnehmer*innen zunächst in die Zeitsituation von 1979 zurück. Es war eine Zeit sich anbahnender Umbrüche, geprägt durch Persönlichkeiten in Religion, Welt und Politik: Papst Johannes Paul II, Ajatollah Khomeini, Margaret Thatcher, Deng Xiaoping...
Heute müsse - im Gegensatz zu John Lennons Jahrhundert-Hit "Imagine... there's noch heaven and no religion, too..." - festgestellt werden: "Das 21. Jahrhundert wird eine Zeit der Religionen". Als große Herausforderungen der Gegenwart skizzierte sie daher: die Religionen selbst (85% der Menschen auf aller Welt rechnen sich einer konkreten Religionsgemeinschaft zu), Dialog und Begegnung, Mystik und Weltliebe.
Diese Themenbereiche wurden anschließend in Kleingruppengesprächen vertieft.

Golden Sun Ceremony


Für den Nachmittag war auf Anregung einer Freundin des Hauses die holländische Künstlerin Froukje Riemersma eingeladen, mit der von ihr kreierten "Golden Sun Ceremony" (www.thegoldensun.eu), den Abschluss der Neugestaltung des Friedensplatzes beim Haus der Stille zu feiern. Aufgrund des Nieselregens musste die Feier in die Aula verlegt werden, was aber der dichten Atmosphäre keinen Abbruch tat - im Gegenteil! Nach und nach bildete sich aus den vergoldeten Puzzleteilen, die für die 51 Länder Europas stehen und mit dem 52. Element die Brücke zu allen anderen Kontinenten herstellen, eine goldene Sonnenscheibe als Symbol für den Frieden, an dem jede*r einzelne mitwirken muss, um ihn in der Welt zum Strahlen zu bringen.
In den letzten Jahren war diese Goldene Sonne schon in einigen Ländern Europas und auch auf anderen Kontinenten unterwegs, mit dieser Feier im Haus der Stille nun erstmals auch in Österreich. Die Künstlerin, die selbst von der Atmosphäre in diesem Kreis sehr berührt war, betonte, sie hätte keinen besseren Platz in Österreich dafür finden können.

Evergreen-Abend


Ein "Hit" im wahrsten Sinn des Wortes war der Evergreen-Abend. Manche waren extra dazu am Samstag ins Haus der Stille gekommen. Mit großer Begeisterung wurden die Lieder aus den ersten Liederbüchern "Lobet den Herrn" gesungen, von "Brüder, ruft in Freude" über "Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt" bis zu "Gottes Liebe ist wie die Sonne" reichte der Bogen. Das Haus der Stille war und ist bis heute mit seinen Liederbüchern ein maßgeblicher Wegbereiter des Neuen Geistlichen Liedes in Österreich.
An diesem Abend wurde auch die Idee geboren, eines der kommenden Singwochenenden im Haus als "Evergreen"-Wochenende zu gestalten.

Festgottesdienst


Ganz im Zeichen neuer Lieder stand der Sonntagvormittag, der neben dem Aufstellen von zusätzlichen Sesseln in der Kirche, dem Schmücken der Tische im Festzelt und vielen anderen kleinen Vorbereitungsarbeiten, dem gemeinsamen Singen und Musizieren für den Festgottesdienst gewidmet war.
Schon eine halbe Stunde vor dem Beginn des Gottesdienstes war die Franziskuskapelle gut gefüllt, schlussendlich mussten dann alle Türen geöffnet werden und per Lautsprecher der Gottesdienst auch in den Vorraum übertragen werden, um allen gekommenen Festgästen die Mitfeier zu ermöglichen.
Mit reich instrumentierten und inhaltlich zukunftsweisenden Liedern wurde der Gottesdienst gestaltet: "Die Zeit zu beginnen ist jetzt...", "...du traust uns zu, diesen Weg zu gehen...", "Du stellst meine Füße auf weiten Raum...". Der Jesuit Werner Hebeisen hatte schon vor einigen Jahren ein Lied speziell im Blick auf das Haus der Stille geschrieben: "Ein Segen liegt über diesem Haus und strahlt schon seit vielen Jahren aus...".

"Heruntersteigen muss ich, wenn ich vor dich trete, mein Gott. Erst dann, in meiner echten Größe und meiner echten Kleinheit, kann ich mich... niederlassen auf den Boden... in der Gewissheit, dass du mich trägst", hatte es im Einstimmungstext (im Blick auf die bauliche Gestaltung der Franziskuskapelle) geheißen. Bischof Wilhelm Krautwaschl überraschte am Beginn seiner Predigt damit, dass er diesen Gedanken wörtlich nahm. Auf dem Boden sitzend, auf Augenhöhe mit den Feiernden, die auch großteils auf Gebetshockern vor ihm saßen, führte er in seiner Predigt aus, dass das Haus der Stille eine Art "Laboratorium für das Christsein im Alltag" sei und damit auch dem Zukunftsbild der Diözese entspreche: "Wir gehen vom Leben der Menschen aus".
Ein Geschenk, das Geschenk der Gottesliebe, müsse dazu führen, es herzuzeigen und mit anderen zu teilen. Auch das sei ein konkreter Beitrag zum Frieden. Dabei seien sich wohl alle bewusst, dass der Alltag einer Gemeinschaft nicht die Realisierung des Himmels sei. Es sei ein aneinander und miteinander Wachsen, verbunden durch die gemeinsame Suche nach Gott. "Aus dem anfänglichen Geist heraus im Heute zu leben", das hatte der Bischof bereits bei einem Besuch im Haus den Mitgliedern der Gemeinschaft gewünscht. Diese Bitte wiederholte er und wünschte dem Haus der Stille in diesem Sinn viele Berufungen und weiterhin gesegnete Jahre. (Predigt online: www.katholische-kirche-steiermark.at/portal/dioezese/dioezesanleitung/bischofwilhelmkrautwaschl/bischofspredigten/article/9381.html )

Festschoppen


Nach dem Gottesdienst wartete bereits die Marktmusik Heiligenkreuz am Waasen (www.marktmusik-heiligenkreuz.at) im vorsorglich aufgebauten Festzelt und begleitete die zahlreichen Gäste, darunter auch viele Nachbarn, musikalisch durch den Nachmittag.
Nach der ersten Stärkung begrüßte der pastorale Leiter des Hauses, Klaus Stemmler, nochmals die anwesenden Gäste und führte über zum inhaltlichen Teil des Nachmittags, der Vorstellung der von Hans Waltersdorfer redigierten Festschrift und dem Dank und Überreichen der Festschrift an Ehrengäste, durch den Vereinsvorsitzenden Wolfgang Stock.
Die eingeladenen Politiker waren aufgrund des Wahlsonntags leider zeitlich sehr beschränkt. Landtagsabgeordneter Peter Tschernko, in Stellvertretung von Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer, aber auch in langjähriger persönlicher Verbundenheit mit dem Haus der Stille, feierte den Festgottesdienst mit. Da er dann rasch zu weiteren Terminen eilen musste, wurde ihm von Klaus Stemmler noch in der Kirche die Festschrift überreicht. Auch der Bürgermeister der Marktgemeinde Heiligenkreuz, Franz Platzer, sowie sein Stellvertreter Rudi Frühwirth waren aufgrund der Wahl verhindert. Der Bürgermeister ließ es sich aber nicht nehmen, kurz vor dem Gottesdienst zur Begrüßung des Bischofs zu kommen. Ihm wurde die Festschrift bei dieser Gelegenheit überreicht.
Im Festzelt überreichte Wolfgang Stock die Festschrift an Bischof Krautwaschl und an Dipl.Ing. Wolfgang Bergthaler, der als Beiratsmitglied in den vergangenen drei Jahren die Generalsanierung im Haus der Stille kompetent und engagiert begleitet hatte.

Im Vorfeld hatte das Haus der Stille auch eingeladen, anlässlich des 40-jährigen Jubiläums eigene Lebenserfahrungen mit diesem Alter zu schicken. Es kamen teils sehr persönliche und berührende Lebenszeugnisse, die in Ausschnitten auch während des Festwochenendes sichtbar gemacht wurden. Unter den Einsender*innen wurden drei Aufenthaltsgutscheine für zwei, fünf bzw. sieben Tage im Haus der Stille verlost.
Noch am späten Nachmittag, als in den Medien bereits die Ergebnisse des Wahlsonntags verkündet wurden, traf man Gäste vor der in einem Raum vorbereiteten Powerpoint-Präsentation, die den ganzen Nachmittag hindurch in Text und Bild 40 Jahre Haus der Stille revue passieren ließ.

Das Festwochenende war auch für uns als Hausgemeinschaft vielgestaltig, schön, berührend und v.a. ein kräftiges Lebenszeichen. Mit 40 Jahren noch keine Anzeichen von Ermüdung…

Hans Waltersdorfer

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WANDERUNGEN

Markusweg

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Gemeinsame Begehung des Markusweges

auf Anfrage möglich
Mai bis September 2019

Wenn es unter den Gästen im Haus Interesse an einer gemeinsamen Begehung des Markuksweges gibt, wird jemand vom Haus diesen Weg begleiten.
Wenn jemand von auswärts dazukommen möchte, bitten wir um Anfrage, ob an diesem Samstag tatsächlich gegangen wird.

Nähere Informationen:
Haus der Stille Tel: +43 (0)3135 / 82625

Nach Vereinbarung stehen wir für Gruppen als BegleiterInnen für den Markus- und Ermutigungsweg zur Verfügung!


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ANGEBOTE IM HAUS

Offene Tanzabende

Kreis- und Gruppentänze

TANZE – soviel du tanzen kannst,
TANZE – um Begeisterung für’s Leben wieder zu finden,
TANZE – um deine Seele zu erwecken, wenn sie schläft,
TANZE – um zu hoffen, zu vertrauen, zu glauben,zu lieben, zu heilen.

Termine 2019: Mittwoch, 19 bis 21 Uhr
siehe Kalender...

Leitung:
Hedi Mislik
ChoRa Kreistanzleiterin, Tanz- und Ausdruckspädagogin

Keine Anmeldung notwendig!

Beitrag: freiwillige Spende


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